Über die Anfänge des Netzwerks

Über die Anfänge des Netzwerks:

Das verflixte siebente Jahr liegt hinter uns. Zwei unserer „Gründermütter“, eine ehemalige Sprecherin und Barbara aus der Nordwestgruppe, erinnern sich an die Anfänge des Netzwerks und beschreiben, welche Bedeutung das NkaL heute für sie hat.

Katholisch und lesbisch - es ist möglich.

Das war die Gründungsidee des NkaL und sie hat mir (und sicher auch anderen Frauen) geholfen, alles, was mich als Person ausmacht, an mir wahrzunehmen und schätzen zu lernen.

Wenigstens einen Ort zu haben, an dem ich ganz ich selbst sein kann, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, mehr und mehr ich selbst zu sein an immer mehr Orten. Dass die katholische Kirche als Institution sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzen würde, ist eine Hoffnung geblieben, hat aber für mich an Stellenwert eingebüßt. Meine eigene Spiritualität zu entwickeln und zu pflegen, eine Gott-Sucherin zu sein aus all dem Reichtum der spirituellen Überlieferung der katholischen Kirche - das scheint mir heute der Weg zu sein, der mir mehr hilft als irgendeine institutionelle"Genehmigung", so sein zu dürfen, wie mich Gott gewollt hat. Möge das NkaL ein Ort sein, werden und bleiben, an dem der so verschüttete katholisch-spirituelle Reichtum wieder ans Licht kommt und seine heilende Wirkung entfalten kann!

 

  Barbara Brosch:

Wie alles anfing mit dem NkaL: 1996 im Dezember fuhr ich das erste Mal zu dem großen Kirchenlesbentreffen nach Bad Boll. Ein für mich in jeder Hinsicht sehr aufregendes Unterfangen. Ich kannte niemand.· Außer einer Frau, die eigentlich keine Teilnehmerin war, sondern ihre Kunstprodukte auf dem Markt verkaufte. Großes Erstaunen ihrerseits: was machst Du denn auf einem Treffen von Kirchenfrauen ?

Das war eine gute Frage, hatte ich doch mit Kirche rein gar nichts am Hut: seit Ewigkeiten ausgetreten und fest in der feministischen Projektewelt verankert.

Und dann die Einladung einer Pastoralreferentin auf dem Plenum, ob es nicht an der Zeit wäre, dass sich die katholischen Frauen mal separat treffen, um zu schauen, was sie in ihrer Kirche bewegen wollen. Ich gehe hin. Wir sind ein winziger Kreis von acht Frauen. Ich fühle mich irgendwie fehl am Platz, wollte ich doch in dieser Kirche nichts bewegen. Eine sagt mir auf meine Zweifel: bleib ruhig hier, auch Dein Blick und Deine Erfahrungen können uns bereichern.

Zum ersten NkaL-Treffen nach München bin ich nicht gefahren, das war denn doch von Norddeutschland zu weit. Aber die Beitrittserklärung habe ich ausgefüllt.

Jahre später fragt mich eine Freundin, was ich zu der und der Äußerung vom Papst sage. Wie bitte, wieso fragst Du mich, frage ich erstaunt. Ihre ebenso erstaunte Antwort: Aber Du bist doch katholisch organisiert!

Ja, so ist es: ich bin katholisch organisiert in einem Netzwerk, das von der Institution Kirche nicht anerkannt ist. Und ich bin nach wie vor kein offizielles Kirchenmitglied. Immer noch eine verrückte Situation.

Viele Jahre einer spannenden Zeit im NkaL: wichtige neue Freundinnen, Auseinandersetzung über unsere Spiritualität als Frauen und als Lesben, Raum für meine katholischen Wurzeln und meine feministischen Überzeugungen (wenn auch weiterhin als Exotin im NkaL), gelebter Glaube / Spiritualität in Gemeinschaft. Und seit fünf Jahren gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin, die ich im NkaL kennen gelernt habe: vielen Dank!

Gib Deinem Leben die Hand und lass Dich überraschen, welchen Weg es mit Dir geht.

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Impuls

buch 20170126 1077843393 

 

  

Lebens(t)raum

 

gib dem leben raum

träume deinen traum

 

wage, neue wege zu gehen

blick zurück, um dich zu verstehen

 

sei laut, sei fröhlich, sei zornig, sei still

achte auf das, was in dir wachsen will

 

gib ihm worte, klang, farbe oder ton

lass es wachsen, reifen, sich entwickeln -

 

wie es sein wird?

vertraue: du markst es dann schon

 

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